Die deutsche Insolvenzstatistik beruht auf den Meldungen der Amtsgerichte. Sie erfasst nur Geschäftsaufgaben im Zuge eines Verfahrens — und läuft der Realität rund drei Monate hinterher, weil Anträge erst nach der ersten Gerichtsentscheidung einfließen.
Nach dem historischen Tief von 2021 — gestützt durch Corona-Hilfen und ausgesetzte Antragspflichten — steigen die Zahlen seit 2023 kräftig. Mit 24.064 Fällen liegt 2025 auf dem höchsten Stand seit 2014. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 2009 waren es 32.687.
Beantragte Unternehmensinsolvenzen je Kalenderjahr · Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)
Gemessen an der Zahl insolventer Unternehmen je 1.000 Bestandsunternehmen war 2025 der Bereich Verkehr und Lagerei am stärksten betroffen — deutlich vor Bau- und Gastgewerbe.
Insolvente Unternehmen je 1.000 Bestandsunternehmen, 2025 · Quelle: IfM Bonn / Destatis
Auf die GmbH entfällt der größte Teil der Anträge aktiver Unternehmen. Ihre Zahl stieg 2025 um knapp 13 % — nach einem Sprung von 28 % im Vorjahr.
Rund zwei Drittel der insolventen Unternehmen hatten zum Antragszeitpunkt keine Beschäftigten. Nur 263 Betriebe zählten mehr als 100 Mitarbeitende.
2025 wurden erstmals über 500 Eigenverwaltungen genehmigt — der Weg zur Sanierung aus dem Verfahren heraus, den vor allem größere Unternehmen nutzen.
Zum Einordnen
Insolvenz ist die Ausnahme, nicht die Regel der Geschäftsaufgabe.
2025 wurden rund 277.000 gewerbliche Unternehmen geschlossen — nur ein kleiner Teil davon über ein Insolvenzverfahren. Die meisten Betriebe geben aus anderen Gründen auf, bevor akute Zahlungsprobleme entstehen.
Die amtliche Insolvenzstatistik wird monatlich fortgeschrieben. Detailtabellen finden sich in der Datenbank GENESIS-Online (Tabelle 52411).
Quelle bei Destatis