Das Insolvenzkontor führt die deutsche Insolvenzlandschaft wie ein offenes Register: Arten, Verfahren und Zahlen — nüchtern geordnet, laufend fortgeschrieben und ohne juristisches Kauderwelsch.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2025 auf 24.064 Fälle gestiegen — der höchste Stand seit 2014. Nach zwei Jahren mit Zuwächsen von je über 20 % fällt der Anstieg mit 10,3 % zwar geringer aus, das Niveau bleibt aber hoch.
Eine Insolvenz ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ende eines geordneten Verfahrens: Sie tritt ein, wenn Schulden die Zahlungsfähigkeit dauerhaft übersteigen. Das deutsche Insolvenzrecht — geregelt in der Insolvenzordnung (InsO) — verfolgt dabei zwei Ziele: die Gläubiger möglichst gleichmäßig zu befriedigen und redlichen Schuldnern einen wirtschaftlichen Neuanfang zu ermöglichen.
Am stärksten betroffen sind 2025 erneut Verkehr und Lagerei, das Gastgewerbe und das Baugewerbe. Fast zwei Drittel der insolventen Unternehmen sind GmbHs, und ebenfalls rund zwei Drittel hatten zum Antragszeitpunkt keine Beschäftigten mehr.
Jede Insolvenz folgt einem festen Gang durch das Amtsgericht. Vier Schritte prägen fast jedes Verfahren — die Details unterscheiden sich zwischen Unternehmen und Privatpersonen.
Ausführlicher AblaufSchuldner oder Gläubiger stellen den Antrag beim Amtsgericht. Ein vorläufiger Verwalter prüft, ob Insolvenzgründe vorliegen und genug Masse für das Verfahren vorhanden ist.
Reicht die Masse, eröffnet das Gericht das Verfahren und bestellt den Insolvenzverwalter. Andernfalls wird der Antrag „mangels Masse" abgewiesen.
Der Verwalter zieht Forderungen ein und verwertet das Vermögen — oder das Unternehmen wird über einen Insolvenzplan fortgeführt und saniert.
Der Erlös wird an die Gläubiger verteilt. Natürliche Personen erhalten nach der Wohlverhaltensphase — heute bereits nach drei Jahren — die Restschuldbefreiung.
Was am Ende bleibt
Im Schnitt erhielten Gläubiger nur 3,8 % ihrer Forderungen zurück.
Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes zu abgeschlossenen Verfahren zeigt: Von den angemeldeten Forderungen bleibt am Verfahrensende meist nur ein Bruchteil übrig. Insolvenz ist deshalb selten ein voller Ausgleich — eher ein geordneter Umgang mit dem, was noch da ist.
Nach dem historischen Tief während der Pandemie-Hilfen steigen die Unternehmensinsolvenzen seit 2023 wieder deutlich. Die vollständige Auswertung nach Branchen, Rechtsformen und Bundesländern finden Sie im Statistik-Kontor.
Zur StatistikBeantragte Unternehmensinsolvenzen je Jahr · Quelle: Destatis
Die wichtigsten Antworten in einem Satz — ausführlicher im Fragen-Register.
Das Insolvenzkontor ordnet Begriffe, Verfahren und Zahlen für alle, die sich einen klaren Überblick verschaffen wollen — Betroffene, Gründer, Studierende, Journalistinnen. Für eine konkrete Entscheidung führt der Weg zu einer Schuldnerberatung oder einem Fachanwalt.
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